
Mittwoch, der 21.04.
Meine Periode ist seit 5 Tagen überfällig. Ich mache einen Schwangerschaftstest. Negativ! Die Enttäuschung ist dieses Mal sehr groß. Traurig umarme ich A., der mich immer wieder aufbaut und immer positiv ist. Es wird schon klappen, sagt er. Nur wann, dass können wir halt nicht bestimmen.
Donnerstag, 22.04.
Ich bekomme meine Periode. Die begleitenden Schmerzen sind dieses Mal sehr heftig, wahrscheinlich auch, weil ich sehr niedergeschlagen bin.
Die folgende Woche
Ich blicke wieder nach vorne – schließlich beginnt doch wieder ein neuer Zyklus und wir versuchen es erneut.
Freitag, 30.04.
Ich habe einen Termin bei einer Frauenärztin – meine ist im Krankenstand. Die „Neue“ ist sehr nett. Ich erkläre ihr, dass mein Lebensgefährte (diesen Ausdruck verwende ich immer öfter in letzter Zeit) seit 1 ½ Jahren versuchen ein Baby zu bekommen, aber dass es bis jetzt noch nicht geklappt hat. Sie macht eine Ultraschalluntersuchung. Nach drei Jahren bekomme ich wieder eine schlechte Nachricht. Etwas drückt anscheinend in meine Gebärmutter. Es sieht aus wie ein Myom. Die Fachbegriffe verwirren mich. Ein gutartiger Tumor! Aber sie ist sich nicht ganz sicher. Ich beschließe erst mal ruhig und gefasst zu sein. Es ist ja immerhin noch keine endgültige Diagnose. Mein Blut wird abgenommen, um festzustellen, ob die Hormone in meinem Körper auch einwandfrei arbeiten. In zwei Wochen soll ich noch mal Blut abnehmen lassen. Dann können die beiden Ergebnisse verglichen werden – also vor dem Eisprung und nach dem Eisprung. Außerdem soll A. einen Termin beim Urologen machen, um sein Sperma untersuchen zu lassen.
Erst sind diese Informationen alle ein bisschen viel. Ich bin stark. Habe auch gar nicht viel Zeit um darüber nachzudenken. Am Abend telefoniere ich mit meiner Freundin, die mit ihrem Verlobten gerade das Selbe erlebt. A. ist beruflich in Deutschland. Ich muss mit jemanden sprechen. Noch immer bin ich stark und berichte ihr was vorgefallen ist. Wir spreche uns gegenseitig Mut zu.
Sonntag, 02.05.
A. kommt endlich nach Hause. Ich erzähle ihm von meinem Termin bei der Frauenärztin. Plötzlich breche ich zusammen. Alle Emotionen kommen auf einmal hoch. Ich weine. Er hält mich, weiß nicht was er sagen soll. Ich beschreibe ihm genau die nächsten Schritte, die uns jetzt bevor stehen. Erst einmal die nächste Blutabnahme, dann die Spermauntersuchung und anschließend wahrscheinlich eine kleine Operation, um mit einer Kamera meine Gebärmutter zu untersuchen und mit Flüssigkeit die Durchgängigkeit meiner Eileiter zu überprüfen.
Ich halte mich recht gut. Die Gedanken spielen aber immer wieder verrückt und drehen sich im Kreis: Es muss ja kein Tumor sein – nicht schon wieder ein Tumor.
E.